Was kompostieren?

Kompostieren lassen sich alle organischen Materialien wie:

  • verdorbene Lebensmittel, altes Brot, gekochte Nudeln, Reis, Kartoffeln
  • Teebeutel, Zellstoff, Kaffeereste und Filtertüten
  • Inhalt aus dem Staubsaugerbeutel
  • Baumwolle, Wolle, Federn, Tier- und Menschenhaare
  • Küchenpapier, Pappen, Zeitungen
  • zerkleinerte Eierschalen
  • sämtliche Gartenabfälle
  • Gras- und Rasenschnitt
  • Laub und zerkleinerter Baum- und Heckenschnitt (bis 20 cm Länge)
  • geringe Mengen Sägemehl oder Holzasche
  • Wildkräuter
  • Kot von Pferden, Kühen, Schweinen, Nagetieren und Vögeln

 

ungeeignete Materialien sind:

  • Fleischabfälle in größeren Mengen
  • Essensreste mit hohem Salzgehalt
  • größere Mengen an Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen
  • große Mengen an Blättern von Eiche, Buche, Nuß oder von Nadelbäumen
  • Milchprodukte, Fette, Knochen
  • Katzen-oder Hundekot
  • bunt bedrucktes Papier, Hochglanzpapier
  • Plastik, Glas, Metall
  • irgend etwas im Übermaß

 

Wie kompostieren?

Standort

Für eine ausreichende Humusproduktion sollte der Kompostplatz etwa 5 – 10 % der gesamten Gartenfläche betragen. Als Standort eignet sich ein sonniger bis halbschattiger, warmer, jedoch windgeschützter und gut begehbarer Platz. Zum Schutz vor praller Sonne können Holunder, Hasel, Birke oder Erle angepflanzt werden. Die Längsachse des Haufens sollte wegen der kosmischen und magnetischen Einflüsse sowie der Sonnenbestrahlung in Nord-Süd-Richtung verlaufen.

Sammeln der Abfälle

Richten Sie sich auf Ihrem Kompostplatz eine Sammelstelle für Abfallstoffe ein. Dabei bietet es sich an, den anfallenden Abfall vorzusortieren (z.B. nach Material, Abfallart). Bei Abfällen aus der Küche wird jedesmal etwas Erde/Komposterde, Steinmehl und bei fauligem Obst auch etwas Kalk dazwischen gestreut. Am wichtigsten ist jeweils das Abdecken mit Erdmaterial. Sie halten dadurch Ungeziefer fern und es kommen keine unangenehmen Gerüche auf. Das abgelagerte Material wird, wenn wieder fisches Grün anfällt, mit Frischem zu einem Komposthaufen aufgesetzt. Bei der Sammlung von Abfällen in Behältern wird auf gleiche Weise verfahren.

Zerkleinern der Abfälle

Zerkleinerte Stoffe haben eine größere Oberfläche, lassen sich besser mischen und verrotten schneller. Fangen Sie mit dem Zerkleinern sperriger Stoffe am besten gleich beim Sammeln und Lagern an. Die Abfälle werden mit mit Schere, Beil oder Spaten einfach in 10 – 20 cm lange Stücke zerteilt. Bei größeren Mengen ist es vorteilhaft sich einen Häcksler oder Schredder zuzulegen. Sie brauchen dann später nur noch Ihre Abfälle zu einem Komposthaufen aufsetzen und alles geht viel leichter.

Die Kunst des Kompostierens

Kompostieren (lat. componere, zusammensetzen) ist gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht glauben. Auf die richtige Mischung kommt es an: Je vielfältiger die Abfälle, desto besser erfolgt die Umsetzung, desto besser die Kompostqualität. Mischen Sie deshalb grobes mit feinem, nährstoffreiches mit nährstoffarmen, feuchtes mit weniger feuchtem, schadstoffreiches mit schadstoffarmen und schnell abbaubares mit weniger schnell abbaubarem Material.

Das Aufsetzen des Kompostes im Garten erfolgt mit den übers Jahr gesammelten oder gerade zur Verfügung stehenden Abfällen. Die erste Lage soll für eine gute Belüftung des Kompostes von unten her sorgen und besteht entweder aus mehreren Rundhölzern mit ca. 10 - 20 cm Durchmesser oder aus einer 10 - 20 cm Lage strukturreichem Material (z.B. gehäckselter Baum- und Heckenschnitt, Rindenmulch). Darauf folgt eine bis max. 20 cm dicke Lage aus organischen Abfällen. Wenn vorhanden, kann in die Lage eine 5 cm Schicht Tiermist mit eingebracht werden. Jede Lage wird durch eine ca. 1 cm dünne Schicht Erde, Kompost oder als Gemisch abgedeckt. Darauf wird dann etwas Urgesteinsmehl und wenn nötig leicht Kalk (bei vorwiegend saurem, faserigem oder holzigem Material,) darübergestreut. Diese Abfolge wird nun 4 mal wiederholt, bis der Komposthaufen eine Höhe von etwa 1,2 m erreicht hat. Zum Abschluss wird der Komposthaufen mit einer etwa 5 cm starken Erdschicht bedeckt.

Hinweis: Sie können die Lagen auch dünner schichten. Je dünner geschichtet wird, desto schneller verläuft die Rotte, desto besser ist die Qualität des Kompostes.

Aktivierung mit Humofix

Um den Verrottungsprozess zu beschleunigen, können Sie den Kompost mit Humofix aktivieren. Dazu bohren Sie mit einem Pfahl o. ä. im Abstand von etwa einem halben Meter Löcher senkrecht in den Komposthaufen. Die Löcher sollen nicht ganz bis zum Boden gehen. Gießen Sie nun langsam, ringsum am Rand in jedes Loch etwas von der Lösung aus Humofix. Dann verschließen Sie die Löcher oberhalb mit Kompost- oder Gartenerde zu. Der Komposthaufen ist zum Abschluß vor starken langanhaltendem Regen sowie vor Austrocknung zu schützen. Verwenden Sie zur Abdeckung ein luftdurchlässiges, aber wasserabweisendes Gewebe (z.B. unsere Gewebeplane - für den Kompost) oder eine 20 cm Schicht aus Stroh. Damit ist vorläufig Ihre Arbeit am Kompost beendet und die Bodenlebewesen gehen nun an ihr Werk.

Feuchtigkeit

Ob der Kompost den richtigen Feuchtigkeitsgehalt aufweist können Sie bestimmen, wenn sich das aufgesetzte Kompostmaterial feucht anfühlt, aber beim Zusammenpressen in der Hand keine oder nur wenige Tropfen Wasser entweichen. Meist enthalten die anfangs verbauten Ausgangsstoffe genug Feuchte für den Rotteprozeß und müssen nicht bewässert werden. Nur bei langanhaltender Trockenheit und Hitze kann eine Bewässerung des Komposthaufens notwendig sein. Als günstig erweist sich dafür Brennesseljauche einzusetzen.

Temperatur

Schon kurz nach dem Aufsetzen wird sich das Kompostmaterial erhitzen. Dabei entstehen anfangs Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius, die im Verlauf von 2 - 3 Wochen allmählich abklingen. Temperaturen über 75 Grad Celsius sind unerwünscht, da sie nützliche Mikroorganismen im Kompost zerstören. Kontrollieren läßt sich die Temperatur mit einem alten Einmachthermometer, das in ein Loch in der Mitte des Komposthaufens gesteckt wird. Um einer ungünstige Temperaturentwicklung entgegenzuwirken, müssen weitere Lüftungslöcher gebohrt und ggf. mit etwas Wasser, besser noch Brennesseljauche, gewässert werden.

Beimpfung des Kompostes mit Würmern

Einen besonders qualitativen Humus erhalten Sie, wenn sehr viele Regenwürmer in Ihrem Kompost zum Einsatz kommen. Regenwürmer verbessern durch ihre grabende Tätigkeit die Durchlüftung des Kompostes und verkürzen dabei den Rotteprozeß. Sie nehmen angerottete Pflanzenreste und mineralische Bodenteilchen auf, die während ihren Verdauungsvorgängen gut durchmischt und zu stabilen Ton-Humus-Komplexen verarbeitet werden.

Hinweis: Für einen Quadratmeter Kompostfläche werden etwa 1000 Würmer benötigt!

Nach der Erhitzungsphase/Heißrotte Ihres Kompostes ab (ca. 2 – 3 Wochen) setzen Sie die Kompostwürmer bei einer maximalen Temperatur von 25 Grad in den Kompost ein. Dazu wird auf jeden Quadratmeter Kompostfläche eine Mulde gegraben. In diese werden jeweils 1000 Kompostwürmer hineingetan. Die Würmer werden dann mit dem ausgegrabenen Material bedeckt. Die Beimpfung ist damit abgeschlossen und der Komposthaufen wird wieder mit einer Gewebeplane oder Stroh abgedeckt. Kontrollieren Sie nach etwa einer Woche, ob sich die Würmer im gesamten Komposthaufen verteilt haben und ihre Arbeit verrichten.

Reifedauer des Kompostes

Sie hängt neben der Zusammensetzung der Kompostmaterialen stark von der Jahreszeit ab. Die beste Zeit einen Komposthaufen anzulegen ist in den Monaten Mai und Juni. Zu dieser Zeit verläuft die Rotte am schnellsten und man kann binnen vier bis acht Wochen schon reifen Humus ernten. Je weiter das Jahr vorrückt, umso langsamer verläuft die Umsetzung.

Hinweis: Sommerkomposthaufen benötigt etwa 6 - 8 Wochen, ein Herbstkomposthaufen etwa 8 – 12 Wochen bis zur Reife.

Überprüfen Sie nach etwa zwei Monaten Ihren Kompost ob die Kompostierung günstig verlaufen ist oder nicht. Dazu öffnen Sie vorsichtig mit einer Forke den Haufen. Er sollte locker, feucht (nicht nass) und gut zersetzt sein und nach frischer Walderde riechen. Ist der Kompost zu trocken, geben Sie frisches, feuchtes Material hinzu und bewässern Sie ihn mit Wasser, besser Brennesseljauche, am besten mit Humofix und abzudecken. Ist er zu nass, wird er bei sonnigem Wetter geöffnet und von Wind und Sonne getrocknet, dann sperriges Material (Laub, Stroh, Pappe) beigemischt, wieder aufgebaut und ebenfalls mit Humofix aktiviert. Der fertige Kompost kann nun im Garten ausgebracht werden. Der Kompost ist stets leicht in die Bodenoberfläche einzuarbeiten, damit er nicht austrocknet und die nützlichen Mikroorganismen erhalten bleiben.

Viel Glück!

Kompostzuschlagsstoffe

Gesteins- und Tonmehle sind für den Kompostbau sehr zu empfehlen. Sie binden überschüssige Feuchtigkeit und reichern den Kompost mit Spurenelementen an. Besonders die Tonmehle (z.B. Bentonit / Edasil) unterstützen die Bildung von Ton-Humus-Komplexen.

Kalk erhöht den pH-Wert und intensiviert die Rotte. Eine Zugabe wird bei der Kompostierung sehr saurer Materialien (z.B. gährendes Obst, Sägemehl, Rinde, Torf, Eichen-, Kastanien-, und Walnusslaub). Kalk sollte nur sparsam eingesetzt werden, da der pH-Wert im normalen Kompost meist ausreichend hoch ist.

Horn- und Blutmehl sind Stickstoffträger die zugeführt werden können, wenn größere Mengen an nährstoffarmen, strukturreichen Materials (z.B. Stroh, Papier, Pappe oder holziges) kompostiert werden sollen. Damit wird das sehr weite C/N-Verhältnis dieser Stoffe ausgeglichen.

Reifekompost oder Gartenerde enthält alle zur Zersetzung wichtigen Mikroben, die sich bei entsprechend günstigen Bedingungen im neu angelegten Kompost vermehren.

Nach oben